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Die Schokolade
in den Weinbergen
Vor ein paar Jahren, nach- noch nie vorher gegangen waren.
dem ich am Wochenende diese Nach einiger Zeit erspähte ich in
Übung durchgeführt hatte, habe einer Entfernung eine Sitzbank
ich mich geärgert, dass ich es wie- und schlug vor, bis zu dieser zu ge-
der nicht geschafft, bzw. vergessen hen und dann umzukehren.
hatte, einmal 100 Tafeln auszule- Als wir zu der Sitzbank kamen, was
gen. Würden dann alle gleich los- mussten wir da sehen? Mitten auf
stürmen? der Bank lag eine Tafel Schokola-
Ich erzählte meinen Ärger meiner de, die gleiche Sorte, die ich immer
Frau, die ebenfalls in der IGNIS- auslegte.
Akademie beschäftigt war. Niemand, außer unserem Himm-
Es war Oktober. Als wir am Mon- lischen Vater, konnte wissen, dass
tagabend mit dem Auto nach wir da laufen. Und es war auch
Hause fuhren, von Kitzingen nach äußerst unwahrscheinlich, dass je-
Würzburg, dämmert es schon et- mand diese Schokolade absichtlich
was. Plötzlich schlug ich vor, an- oder unabsichtlich auf diese Bank
zuhalten und einen der letzten gelegt hatte, genau diese Marke.
hellen Tage noch mit einem kurzen Weit und breit war niemand zu
Spaziergang in den Weinbergen zu sehen. Und das war auch kein be-
genießen. Meine Frau stimmte so- kannter Spazierweg.
fort zu, ich bremste, fuhr von der
Schnellstraße ab und wir spazierten Hat Gott nicht Humor?
bald einen Weinbergweg, den wir
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